Die Sache mit der Motivation …

… ist gar nicht so einfach. Das Wort „Motivation“ schreibt sich schnell mal so dahin, doch was es dahinter steckt und was es wirklich heißt, sich vor allem selbst zu motivieren, ist eine ganz andere Hausnummer. Ich habe einen sehr offenen und ehrlichen Blogeintrag von chillie mit dem Titel „Die Sache ist ernst“ gelesen, der mich ein wenig nachdenklich stimmt.

Natürlich hat man eine gewisse Grundmotivation, die einen dazu bringt, ein Fernstudium überhaupt anzufangen. Aber woran richtet sich diese aus? Und wie schafft man es, sie aufrecht zu erhalten – über einen Zeitraum von mehreren Jahren? Man setzt sich Ziele, klar. Was will man durch das Fernstudium erreichen, persönlich, beruflich und so weiter. Aber diese übergeordneten „Final-Ziele“, so würde ich sie nennen, sind eben weit weg erst am Ende des Studiums in Sicht. Dazwischen knechtet man sich mit lernen, Prüfungen schreiben, Klausuren vorbereiten und schreiben, Seminare absolvieren. Die dafür investierte Zeit ist enorm und – da stimme ich chillie absolut zu – die Frage ist, ob sie es wert ist. Die für ein Fernstudium verbrauchte Zeit steht schließlich nicht mehr für andere Menschen und Dinge zur Verfügung. Und wer hat schon zu viel Zeit?

Als Fernstudent steht man ständig zwischen den Stühlen wenn es um die Zeitaufteilung geht. Wenn Freunde fragen, ob man mit zum Grillen kommt, abends in der Stadt nach der Arbeit was trinken, am Wochenende zum See fahren – es gibt unzählige Situationen, in denen man abwägen muss. Die Zeit für das Studium investieren oder in andere Dinge bzw. Menschen. In Menschen, die einem wichtig sind, mit denen man gerne zusammen Zeit verbringt, Freunde, Familie und nicht zu vergessen auch in die eigenen Hobbies. Denn neben der Zeit, die man gerne mit anderen verbringt, steht auch die Zeit, die für sich selbst hat.

Mir ist aufgefallen, dass ich durch das Studium in den letzten anderthalb Jahren kaum ein normales Buch gelesen habe. Ständig nur Studienunterlagen, ein Heft nach dem anderen. Da war mein Lesebedarf doch erstmal gedeckt. Seitdem ich mir gerade eine kleine Auszeit gönne und nur sehr wenig lerne, habe ich wieder angefangen, ein Buch zu lesen. Es ist wie eine neue, kleine Freiheit, endlich mal wieder zu lesen ohne lesen zu müssen.

Und schon jetzt merke ich, dass nach der anstrengenden Phase und den erreichten Zwischenzielen meine Selbstmotivation sofort anfängt, zu schwinden. Das übergeordnete „Final-Ziel“ muss jetzt wieder aktiviert werden und neue Zwichenziele schaffen (mit der Studienplanung für das 2. Halbjahr 2010 ist der erste Schritt getan), sodass ich darauf wieder meine Motivation aufbaue. Dieses Prinzip funktioniert für mich, es ist aber kein Patentrezept.

Und vielleicht kommt nächstes Jahr sowieso alles anders. Fakt ist, wir brauchen mehr als genug Kraft und Energie, um alles nicht nur zeitlich sondern auch motiviert unter einen Hut zu kriegen. Ohne die Unterstützung der persönlichen Umgebung durch Freunde und Familie geht das auch nicht. Und die Erkenntnis ist ganz klar: wichtige Dinge, bleiben wichtige Dinge. Wichtige Menschen bleiben wichtige Menschen – und die sollten bei aller Toleranz für das Studium nicht zu kurz kommen!

Lieber mal die Noten etwas sausen lassen – denn wie chillie bereits erwähnte, stehen die nachher auch nur auf einem Blatt Papier. Erinnerungen an schöne Erlebnisse und Situationen mit Familie und Freunden sind dagegen unersätzlich und Quellen für neue Kräfte, Engergie, Motivation.

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