Wird das persönliche Engagement für ein Fernstudium vom Arbeitgeber unterstützt?

Natürlich gibt es ein Pro und Kontra für Arbeitgeber, wenn ihre Mitarbeiter zusätzlich neben dem Job ein Fernstudium absolvieren. Ob die Extra-Arbeit und Mühe, die damit verbunden ist, honoriert oder sogar belohnt wird, hängt sehr individuell vom Arbeitgeber und dessen Einstellungen ab.

Die Euro-FH hat dazu die Ergebnisse einer Forsa-Studie veröffentlicht: „Arbeitgeber schätzen die Praxisnähe im Fernstudium“ (Pressemeldung der Euro-FH). Laut dieser Studie werden vor allem das persönliche Engagement, die Eigeninitiative und die Zielstrebigkeit, die Fernstudenten durch die Absolvierung erlangen, von Arbeitgebern geschätzt.

Meine Erfahrungen sind unterschiedlich von Arbeitgeber zu Arbeitgeber. Ich selbst habe während der Zeit des Studiums den Job gewechselt und stieß bei Bewerbungen auf unterschiedliche Reaktionen, wenn ich erzählte, dass ich gleichzeitig noch studiere. Einigen kam es zunächst suspekt vor. Es entsteht der Eindruck, man wäre „noch nicht fertig“, also mehr oder weniger ein Student mit Nebenjob. Oder es wird einem unterstellt, dass man so nicht 100% Aufmerksamkeit für den Job hätte. Klar, dass hier Überstunden etc. gemeint sind und befürchtet wird, der Mitarbeiter könnte davon wohl nicht genug leisten.

Aber es gab auch völlig andere Auffassungen, die sehr positiv waren und den Ergebnissen der Studie weitestgehend entsprechen. Es gibt sie also tatsächlich, die Arbeitgeber die sagen „Ja, das ist gut, dass Sie das machen – das bringt der Firma ja dann auch was“. Es kann sogar soweit gehen, dass das Fernstudium nebenbei nicht nur unterstützt, sondern sogar gefördert und finanziert wird. In der Regel sind dann damit (in den Fällen, die ich kenne) allerdings auch Verpflichtungen gegenüber dem Arbeitgeber verbunden. Was ich durchaus fair finde, denn der finanzielle und zeitliche Aufwand ist ja nicht gerade unerheblich.

Ich denke, wenn man überlegt, ein Fernstudium anzufangen, sollte man darüber möglichst von Anfang an mit seinem Arbeitgeber offen sprechen. Das verschafft Klarheit, beugt Missverständnissen vor und hiflt bei der Koordination von Klausur- und Seminarterminen. Außerdem hat man aus meiner Sicht nichts zu verlieren – sollte der Arbeitgeber negativ reagieren, würde ich mir überlegen, ob ich in dieser Firma weiter arbeiten möchte. Engagement und Eigeninitiative werden bei vielen Mitarbeitern bemängelt – das kann man von jemandem, der ein Fernstudium macht, wahrscheinlich nicht behaupten.

Arbeitgeber schätzen die Praxisnähe im Fernstudium

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2 Kommentare zu Wird das persönliche Engagement für ein Fernstudium vom Arbeitgeber unterstützt?

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  2. Katrin sagt:

    Hi zusammen,

    so pauschal kann man die Frage nach der Anerkennung nicht beantworten. Aber wie schon einige hier geschrieben haben schätzen Personalchefs die positiven Eigenschaften von Fernstudenten (gute Selbstdisziplin, hohe Leistungsbereitschaft, hohe Belastbarkeit, sowie hohes Fachwissen und hohe Berufserfahrung). Eine repräsentative Studie des forsa-Instituts aus dem Jahr 2013 gibt dazu auch schöne Zahlen an die Hand:

    http://de.upou.org/studie-fernstudium-neben-dem-beruf-bei-personalern-hoch-im-kurs.html

    Ganz allgemein finde ich, dass in erster Linie zählen sollte was man persönlich fachlich aus dem Fernstudium mitnimmt und nicht nur, ob es dem Personalverantwortlichen oder Chef gefällt. Dass sich das auch lohnen muss, ist klar.

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